Petersen2019

Deutsch-Französische Gesellschaft Paderborn

Société franco-allemande de Paderborn

Revolutionen an der Seine – ein Vortrag von Ralf Petersen


Am Montag, 28. Oktober präsentierte Ralf Petersen seinen Vortrag über ‚Revolutionen an der Seine‘, der recht kontrovers diskutiert wurde. Beginnend mit der französischen Revolution und dem Sturm auf die Bastille, weniger um politische Gefangene zu befreien, sondern eher um an die dort gelagerte Munition zu kommen, der anschließenden Zeit des ‚terreur‘ und der Ära Napoléon Bonaparte, der sich 1804 zum Kaiser krönen lässt, spannt Petersen einen weiten Bogen bis zum Parlament der 3. Republik, das schließlich für ca. 100 Jahre Frieden sorgte.


Dann folgen der Aufstand gegen die deutsche Besatzung und 1956 die 5. Republik unter Charles de Gaulle; schließlich die 68iger Bewegung, die zunächst nur die Revolte einer studentischen Minderheit ist, sich dann aber auf die Gewerkschaften und die Arbeiter ausweitet.


Ausführlich stellt Petersen die „grüne Revolution“ der letzten Jahre in Paris vor, denn Paris drohen Verkehrskollaps und erhebliche Luftverschmutzung. Immer mehr Projekte zur Begrünung der Stadt werden entwickelt; z.B. Gärten zum Benutzen – nicht nur zum Ansehen -, Holzbrücken für Fußgänger und Radfahrer, neue Buslinien und die ‚batobus‘, neue Radwege, Paris Plage, Leihfahrräder, einmal pro Monat ist die Champs-Elysées autofrei... 


Durch die Erhöhung der Treibstoffpreise entstehen 40 Forderungen an die Regierung in einer Online-Petition; diese Bewegung weitet sich zu den ‚gilets jaunes‘ – den Gelbwesten aus.  Nach Ansicht Petersens spiegelt die Bewegung den großen Vertrauensverlust der Bevölkerung in die Politik; Macron wird von vielen als arroganter Präsident mit Chefallüren gesehen. Petersen kritisiert massive Polizeieinsätze gegen die Bewegung, aber auch die Zerstörung vonseiten der ‚Gelbwesten‘. Er prophezeit noch stürmische Zeiten für Frankreich.


Über die Rolle und das Verhalten der Gelbwesten und der Polizeieinsätze, sowie
die Bedeutung Macrons wurde an dem Abend noch sehr kontrovers diskutiert.